Penicillium sp.


MycoLytics -  Penicillium sp. auf Platte und in Direktmikroskopie.

Links eine blau-graue, samtige Kolonie der Gattung Penicillium sp. mit typisch gelber Verfärbung des Nährbodens DG18. Rechts: Ein viergliedriger Sporenträger mit vielen Sporen in 1000-facher Vergrößerung.

Diese Woche wollen wir den weit verbreiteten Pinselschimmel Penicillium sp. vorstellen. Diese Gattung spielt in der Industrie eine wichtige Rolle bei der Käseherstellung, so lässt P. roquefortii den Roquefort-Käse und P. camembertii den Camembert reifen. Im Gesundheitswesen vertritt die Art P. notatum sogar eine Pionierrolle bei der Produktion von Antibiotika – Alexander Fleming entdeckte bei Experimenten mit diesem Schimmelpilz das Penicillin. Arten dieser Schimmelpilz-Gattung bevorzugen eine feucht-warme Umgebung und wachsen auf Lebensmittel ebenso gern wie in Blumenerde oder auf Tapeten, Polstermöbel, Gummidichtungen oder Matratzen. Einige Penicillium-Arten können Mykotoxine (Roquefortin C, Patulin, Citrinin) abgeben. Sie produzieren massenhaft Sporen, die sehr leicht sind und daher in der Raumluft umherfliegen und eingeatmet werden. Bei länger anhaltendem Befall im Innenraum können Penicillien zu Allergien und Infektionen führen. Aus diesem Grund sind Penicillium-Arten in die Gefährdungsklasse B (nach Sedlmaier 2001) eingeteilt. Vor allem bei Risikogruppen wie Kinder, älteren und kranken Personen muss ein Befall im Innenraum fachkundig entfernt werden. Aber auch gesunde Menschen sollten ihre Gesundheit langfristig nicht aufs Spiel setzen und aus präventiven Gründen nicht länger einer erhöhten Sporenbelastung ausgesetzt sein. Die am häufigsten im Innenraum vorkommende Penicillium-Art ist Penicillium chrysogenum, dicht gefolgt von Penicillium brevicompactum.